FAQ - Häufige Fragen zum Thema Brust- und Eierstockkrebs

Was erwartet mich bei einer genetischen Beratung?

Die genetische Beratung ist ein ausführliches Gespräch mit speziell ausgebildeten Ärzten und beinhaltet neben der Erhebung der eigenen gesundheitlichen Vorgeschichte (Anamnese) die Erhebung eines ausführlichen Stammbaums über 3 Generationen mit der gesundheitlichen Vorgeschichte der Familienangehörigen bezüglich Brustkrebs und Eierstockrebs. Im Beratungsgespräch wird die Ratsuchende informiert über allgemeine Risiken sowie erhält eine Abschätzung ihres individuellen genetischen Risikos sowie umfassende Informationen über die Erkrankung, „die Risikogene“ und über Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik. Soweit dies für die Klärung der Fragestellung erforderlich und möglich ist und von den Ratsuchenden gewünscht, erfolgt eine Blutentnahme für eine weitergehende genetische Labordiagnostik.

Was bringt mir eine genetische Testung?

Gelingt bei einer erkrankten Person der Nachweis einer krankheitsverursachenden Veränderung (Mutation), kann damit eindeutig die Diagnose für Brustkrebs oder Eierstockkrebs gestellt werden. Mit dem Nachweis der Mutation wäre es möglich, weitere Familienangehörige (über 18 Jahre) auf das Vorliegen der Mutation zu testen, bevor eine Tumorerkrankung entsteht (präsymptomatische Diagnostik). Nichtanlageträger der Mutation haben kein gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtes Tumorrisiko. Sollte bei einer Frau im Rahmen einer präsymptomatischen Diagnostik die Mutation nachgewiesen werden, hat auch sie ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs (70-80%) und für Eierstockkrebs (20-50%). Anlageträgerinnen einer BRCA1/2-Mutation werden spezielle Früherkennungsuntersuchungen und prophylaktische Operationen angeboten, unabhängig davon, ob bereits eine Tumorerkrankung aufgetreten ist oder nicht.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine genetische Beratung und Testung?

Die Kosten der genetischen Beratung werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Für gesetzlich versicherte Patienten wird hierzu ein Überweisungsschein benötigt. Humangenetische Untersuchungen sind nicht budgetierte Leistungen, belasten also nicht das Laborbudget des überweisenden Arztes. Privat versicherte Patienten benötigen keinen Überweisungsschein. Vor der Durchführung einer molekulargenetischen Diagnostik in Bezug auf Brustkrebs und Eierstockkrebs sollte aber die Kostenübernahme durch die private Krankenkasse geklärt werden. Dazu erstellt das Institut für Humangenetik und Angewandte Genomik jederzeit gern einen Kostenvoranschlag.